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NUTS Weekend 2019 Bastogne - Europe Remembers

Katerina Reiss • 26. Dezember 2019

Sonntag (Sunday) 15.12.2019 - Band of Brothers

In diesem Jahr hat sich die Ardennenoffensive zum 75. Mal gejährt. Da ich mich unglaublich für die Easy Company (E Company, 2. Bataillon des 506. Parachute Infantry Regiments der 101. Airborne Division, Screaming Eagles) interessiere, fast alle Bücher über diese verschlungen habe und die Serie gefühlt 100 Mal rauf und runter geschaut habe, konnte ich meinen Mann überreden, mit mir in diesem Jahr dorthin zu fahren. Aufgrund des Jubiläums sind in diesem Jahr viele Weltkriegsveteranen anwesend gewesen sowie ein paar Schauspieler von Band of Brothers. 

Also Bastogne ist nicht weit weg von der Grafschaft und so fuhren wir Sonntags Morgens hin. Samstags hatte es aus Kübeln geschüttet und Sonntags zeigte sich auf der Hinfahrt blauer Himmel. In Bastogne angekommen hatten wir schon Angst keinen Parkplatz zu finden, da sich eine Autoschlange schon bis außerhalb der Ortschaft bildete. Mutig wie ich bin, bin ich einfach in den Ort gefahren und was passierte uns Glückskindern? Wir fanden direkt in der Innenstadt einen super Parkplatz gegenüber von dem Espace 23, wo die Signierstunde stattfinden sollte. 

An der Straße standen schon unheimlich viele Fahrzeuge aus der Zeit, Jeeps, Laster etc. und im Espace 23 waren fast ausschließlich Besucher in Airborne-Verkleidung. Ich fühlte mich in eine andere Zeit zurück versetzt. 

Irgendwann konnte ich durch Zufall Kontakt zu Chris aufnehmen, welcher der Enkel von dem wahren Eugene Roe (Doc Roe) aus der Easy Company ist und verabredete mich dort mit ihm, da er dort eine Signierstunde seines Buches über die Easy Company hatte und zwei Schauspieler Matthew Leitch (verkörperte Floyd Talbert) und Shane Taylor (verkörperte Doc Roe) mitgenommen hatte. Da mein Opa auf der anderen Seite ein Sanitäter im 2. Weltkrieg war, bin ich natürlich total fasziniert von Doc Roe, weil es hier unglaublich viele Gemeinsamkeiten gibt. 



Erste Reihe: links und Mitte seht Ihr Chris (Enkel von Doc Roe) und die beiden Herren, mit denen ich  in der Mitte stehe sind Matthew Leitch (Floyd Talbert) und Shane Taylor (Doc Roe) aus Band of Brothers.



Ein Veteran vom 2nd Infantry 38 Regiment Company B - 75th BOB 12-16 hatte eine Signierstunde. Es war Chester Buck Sloan und ich stellte mich in die Schlange - gefühlt die einzige Frau in der Reihe :) Am Ende der Reihe angekommen hämmerte mein Herz wie wild. Dieser Mann hat die Landung in der Normandy und die Ardennenoffensive überlebt. Bei der Schlacht in Bastogne (Battle of the Bulge) wurde er verwundet. Er strahlte mich so lieb an, nahm meine Hand und unterschrieb in meinem Buch von Band of Brothers - obwohl er nicht dazu gehörte. Damit ich eine Erinnerung an ihn habe, hat er mir sogar eine seiner Karten unterzeichnet und wollte meine Hand gar nicht mehr los lassen. Er ist so ein unglaublich lieber und fitter Herr und das mit seinen 95 Jahren. Er verabschiedete sich mit den Worten "You are a very nice Girl" von mir und mein Herz machte wieder einen Sprung. Dank diesen Männern können wir in einer Freiheit leben, die uns gar nicht so bewusst ist. Diese Männer haben für all unsere Freiheit gekämpft und verdienen unseren größten Respekt.

Fotos mit Chester Buck Sloan

Die Ardennenoffensive ging vom 16. Dezember 1944 bis 25. Januar 1945. Da ursprünglich geplant war, dass die Invasion nur ein paar Tage gehen sollte, waren die Jungs vom 506. PIR nur mit Sommerkleidung ausgestattet. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie kalt es in diesem eisigen Winter (es waren da um die minus 20 Grad) in den Ardennen gewesen sein muss - mit Sommerkleidung? Mir ist im Winter schon mit warmer Kleidung immer kalt.

Die Schlacht wird im Englischsprachigen Raum auch "Battle of the Bulge" genannt was "Schlacht der Ausbuchtung" bedeutet.

In der belgischen Kleinstadt Bastogne (im Wald von Foy) war die Easy Company mit ihren Mitstreitern eingeschlossen und die Aufforderung zur Kapitulation lehnte General Anthony McAuliffe mit den Worten "Nuts" ab - was bedeutet: "Ihr habt sie wohl nicht mehr alle". Nun wisst Ihr, warum das Bastogne Wochenende im Dezember immer "Nuts" genannt wird.

Ein paar Infos zur Easy Company:

Die ursprüngliche Easy Company bestand seit der Ausbildung im Camp Toccoa, Georgia aus 140 Mann. Zum Ende des Krieges haben zu ihr insgesamt 366 Mann gehört. Dies ist dem geschuldet, dass Ersatzmänner für Verletzte oder Verstorbene nachgerückt sind. 49 Mann sind während des Krieges getötet worden (22 in der Normandy, 9 bei der Operation Market Garden in Holland, 15 davon in Bastogne, 1 in Salzburg - 2 Angaben fehlen mir, die kommen hoffentlich noch aus einer bekannten Historiker-Quelle).

Dass die Easy so gut zusammengehalten hat, ist nicht zuletzt dem strengen Ausbilder First Lt.  Herbert Sobel zu verdanken.  Er ließ die Easy Company im Camp Toccoa immer den Hügel Currahee (529 Meter) herauf laufen was bedeutete drei Meilen rauf und drei Meilen wieder runter. Dadurch wurde das Motto der Easy Company "Currahee - We stand alone" (der Name ist Cherokee und bedeutet übersetzt "alleinstehend") . Ich glaube, dass die Männer der Easy Company die fittesten der ganzen USA gewesen sind. Aber dadurch hat Sobel erreicht, dass die Männer zu 100 Prozent zusammen gehalten haben und sich in und auswendig kannten. Dies hat so manch einem der Männer sicherlich das Leben gerettet. 

Die Easy Company sprang am 6. Juni 1944 in der Normandy ab, ging über Eindhoven (Operation Market Garden) in die Bastogne und von dort aus über Haguenau nach Berchtesgaden. In Berchtesgaden war die Easy Company die erste, die in Hitlers Adlerhorst eintraf. Zum Ende des Krieges war die Easy Company in Österreich (Zell am See) stationiert.


Hier ein paar Impressionen aus Bastogne:

Durch Zufall habe ich über die Facebook-Veranstaltung von dem NUTS-Weekend Viktor kennen gelernt und wir haben uns auf einen Glühwein verabredet. Aus einem Glühwein wurde ein ganzer gemeinsamer, wunderschöner Nachmittag und wir haben uns für das kommende NUTS Weekend 2020 verabredet und im gleichen Hotel eingebucht. Aus Zufallsbekanntschaften können Freundschaften entstehen. Wir freuen uns schon auf die kommende Veranstaltung.

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In Exeter waren wir so früh unterwegs, dass wir so schön Zeit hatten, um Frühstücken zu gehen. Wir sind im "The Ivy" eingekehrt und haben es nicht bereut. Mario hatte das typische English Breakfast und ich hatte die besten Pancakes meines Lebens. Richtig gut finde ich in England, dass man bei jeder Bestellung in einem Restaurant nach Allergien gefragt wird und da die Speisen frisch zubereitet werden, ist es nie ein Problem, etwas weg zu lassen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich von der Einrichtung des Ivy total überrascht und begeistert bin. Also dies wird bestimmt nicht unser letzter Besuch dort gewesen sein. Sogar die Bäder sind eine Wucht. Wie ich festgestellt habe, ist das The Ivy in vielen Städten vertreten und ich werde nun öfter danach Ausschau halten. Das Personal ist sehr freundlich und man fühlt sich im The Ivy einfach wahnsinnig Willkommen. Diese Werbung erfolgt freiwillig und unbezahlt.
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